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Der Bunker A8

Zufluchtsort für Fabrikarbeiter und Zivilbevölkerung

Der Fichtel-und-Sachs-Bunker in Schweinfurt

1941 im Rahmen des „Führer-Sofort-Programms“ gebaut, bot der Hochbunker A8 in Schweinfurt Oberndorf knapp 1.100 Menschen Schutz vor Bombenangriffen. Im Volksmund ist der Bunker den Schweinfurtern als „Fichtel-und-Sachs-Bunker“ bekannt, da er gegenüber den SACHS Werken (heute ZF Friedrichshafen AG) direkt an der Ernst-Sachs-Straße liegt. Parallel verläuft die Karl-Fichtel-Straße.

 

Berechtigt, im Bunker Schutz zu suchen, waren die Bevölkerung aus Oberndorf sowie die Mitarbeiter der SACHS Werke. Auch die Geschäftsleitung von SACHS suchte hier Schutz vor den Fliegerangriffen, die der unterfränkischen Industriestadt im 2. Weltkrieg massiv zusetzten.

 

Der Hochbunker verfügt über sechs Geschosse mit jeweils rund 400 m² Nutzfläche. Die Wände im Keller sind 3 m dick, die Wände des Hochbaus sind
2 m stark. Auf dem Bunker befindet sich ein Zeltdach (26 Grad Dachneigung). Dieses Zeltdach, die komplette und aufwändige Verklinkerung sowie Fenster-Attrappen sollten den angreifenden Flugzeugen den Bunker als Wohnhaus darstellen. Dies suggerierte auch der inzwischen nicht mehr vorhandene Schornstein auf der östlichen Seite.

 

Damals befand sich im Keller eine Koks-Heizung mit angeschlossenem Kohle- und Koks-Keller, der über eine Kohle-Rutsche befüllt wurde. Der Deckel des Bunkers, also das für derartige Bauwerke typische Flachdach, ist 1,40m dick.

Zwischen 1981 und 1983, nicht lange vor dem Ende des „Kalten Krieges“, wurde der Hochbunker vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) als einer von 300 bundesdeutschen Bunkern, wieder nutzbar gemacht. Elektrik, Telekom und Wasserversorgung, inkl. 20 WCs wurden komplett erneuert. Auch die 10 Atü Drucktüren von Thyssen (Gasschleusen) sowie die Splitterschutzvorbauten am Vorder- und Hintereingang stammen aus dieser Zeit.

Ebenso wurde eine Lüftungsanlage mit einem Sandfilterraum im 4. OG eingebaut. Diese Maßnahmen sollten den Bunker atombombensicher machen.


Nach dem Krieg wohnten eine Zeitlang Flüchtlinge im Fichtel-und-Sachs-Bunker, dann nutzten die SACHS Werke das Objekt kurzzeitig als Lager für Elektro-Zubehör. In der Zeit des „Kalten Krieges“ wurde der Bunker im Rahmen des Zivilschutzes regelmäßig gewartet und sorgfältig instand gehalten. 2012 ging das Bauwerk in den Besitz des Bundesamtes für Immobilienaufgaben (BIMA) über. Dieses verkaufte den Bunker im Januar 2014. Seither befindet er sich in Privatbesitz.


Der Hochbunker A8 ist in einem Top-Zustand, alle Wände sind verputzt und weiß gestrichen. Der Bunker ist trocken und wird regelmäßig gelüftet. Die neuen Eigentümer pflegen das Bauwerk weiter, haben Räume wieder in Originalzustand versetzt (Betten, Sitzeinrichtungen) und bieten Führungen für Gruppen ab 10 Personen an.

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